
Zum 25-jährigen Leinwand-Jubiläum ehrt HÖRZU Wolfgang Petersen, Günter Rohrbach, Jost Vacano, Klaus Doldinger und Rolf Zehetbauer, die Macher eines künstlerischen Meisterwerks, mit der GOLDENEN KAMERA. "Opas Kino" war längst tot und die Autorenfilmer des neuen deutschen Films im Deutschen Herbst (1977) erfroren, als das heimische Filmgewerbe sich gen Westen orientierte. Tür und Tor der Produktionsfirmen und Fördergeldvergabestellen standen offen für Großproduktionen, die sich auf dem internationalen Markt behaupten könnten. Ideale Voraussetzungen für eine junge Generation, die weniger ihre Erfüllung in der kühlen Intellektualität, denn in der leidenschaftlichen Erzählung universaler Geschichten suchte. Regisseur Wolfgang Petersen nutzte die Chance, nachdem er sich in den 70er-Jahren im Fernsehen erprobt hatte. Ausgehend von dem biografisch angereicherten Roman von Lothar-Günther Buchheim verfasste Petersen das Drehbuch. Und 1980 war es so weit: Produzent Günter Rohrbach ging für die Bavaria das rund 30 Millionen Mark teure Risiko ein, ausgerechnet die heikle Thematik des Zweiten Weltkrieges in einem deutschen, kommerziell ausgerichteten Spielfilm zu behandeln. Doch es wurde ein Meisterwerk. Kameramann Jost Vacano erfand neue technische Möglichkeiten, um die klaustrophobische Enge des U-Boots unmittelbar spürbar werden zu lassen. Seine Kamera verliert nahezu die Distanz zu den Schauspielern, ohne je aufdringlich zu wirken. Die Möglichkeiten dazu boten die genialen Bauten, die Set-Designer Rolf Zehetbauer anfertigte. Der phänomenale Soundtrack von Komponist Klaus Doldinger erreichte schnell Kultstatus und hat die Musikszene nachhaltig geprägt. Für den Oscar nominiert, wurde "Das Boot" zu einem Welterfolg.
Kategorie: Film-Jubiläum
Laudator: Jürgen Prochnow